Juni.

Es ist Juni. Zweitausendeinundzwanzig. Wir sind beide in einer Beziehung mit einer anderen Person. Vor einem Jahr wusste ich nicht, dass du existierst. Ich wusste nicht, dass wir uns über den Weg laufen würden. Wusste nicht, dass du mir einmal die Welt bedeuten würdest.

Es ist Juni. Zweitausendzweiundzwanzig. Wir kennen uns jetzt ein gutes halbes Jahr. Ich bin bei dir eingezogen. Wir bauen ein Haus zusammen. Aus deinen Freunden sind unsere Freunde geworden. Wir leben einen herrlich normalen Alltag, in dem wir sonntags zum Mittag bei deinen Eltern sind und du meinem Papa eine Nachricht schickst, wenn du einen Rat zu deinem neuen Fernseher brauchst. Woher hätte ich vor einem Jahr wissen sollen, wie sehr sich mein Leben verändern würde?

Es ist Juni. Und ich bin hoffnungslos verliebt in dich. ❤

Aufregende Tage.

Am Freitag beginnt offiziell das 2. Semester, in dem ich an der Uni Stuttgart eingeschrieben bin. Freitag werde ich die ersten beiden Prüfungen aus dem Master ablegen. Zwar habe ich schon eine Vorleistung und ein paar Protokolle und zwei Abgaben für wissenschaftliches Schreiben erbringen müssen, aber eben noch keine schriftliche oder mündliche Prüfung vor Ort gehabt. Tatsächlich darf dieser Termin auch stattfinden, sodass ich mich morgen Mittag (nach einer Massage und dem Einsammeln meines neuen Persos) in den Zug Richtung Süden setzen werde. Wahnsinn, wie schnell 6 Monate rum sind. Heute war dann auch mein letzter Arbeitstag vor meinem Urlaub. Nächste Woche habe ich 3 Tage frei um zu lernen, denn am Donnerstag steht eine weitere Prüfung und schließlich der Kick-off für das neue Semester an, sodass ich schon wieder in Stuttgart sein werde. Anschließend findet der halbwegs spontan geplante Urlaub mit S. statt. Als ich jedenfalls heute um kurz nach 1 meinen PC ausgeschaltet und den Schreibtisch aufgeräumt hatte, machte sich große Erleichterung breit. Die letzten Arbeitstage zogen sich unglaublich. Zum einen war ich einfach extrem gestresst durch die Abgaben und Prüfungsvorbereitung, dem Stress aus den letzten beiden Bachelorsemestern und alles was so „nebenbei“ passierte. Zum anderen habe ich versucht alle Projekte auf einen Stand zu bringen, bei dem in den nächsten 2,5 Wochen keine großen Rückfragen kommen oder Unterlagen von mir bereitgestellt werden müssen und so hatte ich kaum noch etwas zu tun.

Ich bin sehr gespannt, was das zweite Semester bereithält. Im Juli ist im Grunde schon die Hälfte geschafft, denn im vierten Semester muss ich „nur noch“ die Masterarbeit schreiben. Nach dem Umzug und der ersten Kennlernzeit mit S. kam die Uni etwas zu kurz. Erst brauchte ich eine Pause und schließlich gab es keine neuen Skripte mehr zu lesen, bei denen sich auch 30 Minuten Zeitaufwand mal lohnen. In so einen Laborbericht habe ich mich nach 30 Minuten ja gerade mal wieder reingedacht und um effektiv zu arbeiten, mussten da schon mindestens 90 Minuten am Stück zur Verfügung stehen. Erst habe ich viel Sport gemacht, schließlich die Quittung samt Zwangspause für 5 Wochen bekommen und dann fehlte die Zeit. Um ehrlich zu sein auch die Lust. Aber die ist zurück. Und so hoffe ich auf eine neue Routine. Auch mit S., zu dem ich aktuell sehr oft pendle.

Und da geht es auch schon weiter. Am Samstag begleite ich ihn zu einer Grundstücksauslosung für ein Baugebiet zwei Dörfer weiter. Er hat vor einigen Wochen eine Mail dazu bekommen, parallel läuft noch die Verhandlung zu einer Eigentumswohnung. Ich bin sehr gespannt, was letztlich dabei rauskommt, denn es betrifft mich ja auch. Wir verbringen bereits so viel Zeit und Alltag miteinander (ich war in den letzten 2 Wochen nicht eine Nacht in der WG und auch insgesamt nur kurz da um frische Kleidung zu holen), dass wir grob gegen Ende des Jahres schon das Zusammenziehen anpeilen – abhängig davon ob und wie lange er noch in seiner jetzigen Wohnung ist. Es geht irgendwie alles recht schnell und fühlt sich gleichzeitig so an, als wäre es nie anders gewesen. Es ist normal, dass meine Mama mir am Wochenende etwas bei ihm vorbeibringt und noch kurz auf einen Kaffee bleibt oder wir meine Eltern zum grillen einladen. Es ist normal, dass seine Mama mit mir vegane Rezepte für die sonntäglichen Mittagessen bei seinen Eltern durchgeht. Es ist normal, dass wir Freunde treffen – seine, meine – und auf Geburtstagsparties im Wohnzimmer Discofox tanzen. Es ist schön sich den Alltag zu teilen. Ganz besonders, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl habe, dass mein Partner mich wirklich sieht und genau wie ich bereit ist 100% für uns zu geben.

Vor mir liegen also aufregende Tage. Der Urlaub wird mir gut tun, denn je mehr ich zur Ruhe komme, desto mehr spüre ich wie viel noch in mir nachwirkt. Das ganze letzte Jahr und auch die letzten Wochen sind noch gar nicht richtig verarbeitet, aber das ist okay. Mein kleines Glücks-Glas füllt sich und ich freue mich im Dezember all die kleinen und großen Dinge zu erinnern, die dieses Jahr besonders gemacht haben werden. Es stehen noch aufregende 9 Monate bevor, von denen für die nächsten 7 schon mindestens ein schönes Erlebnis bevorsteht. Und das Leben fühlt sich endlich wieder nach leben an. 💙

Man sollte meinen.

Man sollte meinen, dass das Leben gerade schön ist. Gestern haben wir einen Ausflug gemacht und erst auf einem Baumwipfelpfad das Wetter genossen und sind anschließend mit einem Kaffee durch Lüneburg geschlendert und haben ein paar kleine Besorgungen gemacht. Abends haben wir dann endlich unseren ersten Urlaub gebucht. Direkt nach meinen Prüfungen geht es bis Karfreitag für 6 Tage nach Lissabon.

Heute haben wir einen gemütlichen Vormittag mit Lesen und Urlaubsplanung verbracht. Waren zum Mittagessen bei seinen Eltern. Zurück zu Hause hat er draußen gewerkelt und ich drinnen Mails geschrieben und anschließend Pancakes gemacht und Kaffee gekocht. Dann gab es noch einen Spaziergang mit viel Sonne und dem Duft nach Frühling. Da sollte man doch meinen, dass das Leben gerade schön ist.

Aber bei dem, was die letzten Tage die Nachrichten dominiert hat, fällt das genießen schwer. Ich habe bewusst versucht, nicht allzu viele Neuigkeiten zu konsumieren. Man mag es Realitätsflucht nennen. Aber das, was gerade in der Ukraine passiert, besorgt mich. Summiert sich mit Klimawandel, Pandemie und allem weiteren kleinen und großen Schwierigkeiten, die die Zukunft bereitzuhalten scheint. Ich habe für mich noch keinen Weg gefunden damit umzugehen. Ich weiß auch gar nicht ob es so einen Weg überhaupt gibt. Morgen werde ich wieder ins Büro fahren, an meinem Schreibtisch sitzen und mich damit beschäftigen, ob in dem Bauvorhaben eine ausreichende Schalldämmung geplant wurde. Meine Arbeit fühlt sich zur Zeit einfach unglaublich nutzlos und surreal an. Und ich weiß nicht, was ich tun kann, tun soll.

2022.

Schon einen Monat ist das neue Jahr alt und schon lange habe ich mich nicht mehr gemeldet. Es ist in der Zwischenzeit – wie immer – viel passiert:

Ich habe mich von F. getrennt, als ich mitbekommen habe, dass er es mit der Treue nicht ganz so ernst nimmt. Rückblickend hätten wir das schon viel eher beenden sollen, aber ich hatte die Hoffnung, dass die Unternehmungen, die wir für dieses Jahr bereits geplant hatten, einen weiteren Schubs in die richtige Richtung geben würden. Letztlich betrachte ich es als Möglichkeit für mich selbst und meine Werte einzustehen, denn das war etwas, das ich sehr überzeugt und sicherer als gedacht getan habe. Und darauf bin ich stolz. Es folgte ein Umzug in eine WG und ein schneller Cut, sodass es mir auch recht schnell wieder ziemlich gut ging.

Ich habe mir vorgenommen für dieses Jahr ein großes Glas mit Zetteln zu füllen, auf denen für jede Woche eine Sache steht, die mich glücklich gemacht hat. Ich möchte mich auf die schönen Dinge konzentrieren, die kleinen Momente würdigen und mich am Ende des Jahres daran zurück erinnern. Und ich habe eine Liste angelegt. Mit Dingen, die ich dieses Jahr zum ersten Mal getan habe. Das können ganz banale Dinge sein wie „Zum ersten Mal wieder XY gegessen, seit ich vegan lebe.“ aber eben auch Grenzen, die ich gezogen habe, oder Dinge, die ich ausprobiert habe. Denn manchmal gehört Mut zu einem ersten Mal und ich möchte dieses Jahr ganz oft mutig sein.

Und, zu guter Letzt: Ich habe jemanden kennengelernt. Und dabei vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber dem entwickelt, was andere davon halten oder was ob der Trennung „angemessen“ wäre. Wir sind noch ganz am Anfang einer Reise, lernen uns gerade erst kennen. Aber es ist schön und ich bin damit glücklich und das ist das einzige, was für mich im Moment zählt. Es ist kein Hals-über-Kopf-verlieben, wie ich es sonst meist erlebt habe. Es ist ein langsames Zusammenwachsen. Es ist ein Gefühl, als wäre es schon immer so gewesen, während man immer neue Dinge aneinander entdeckt. Schmetterlinge im Bauch im einen Moment und im nächsten das ganze tiefe Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es fühlt sich an als wenn alles gerade genau so sein sollte. Ich fühle mich zufrieden und geerdet. Und das ist ein unsagbar schönes Gefühl.

Schnelldurchlauf.

Wow, ich habe mich wirklich lange nicht mehr hier gemeldet. Aber ich hatte so viele Dinge im Kopf, dass es mich in die Versenkung gezogen hat. Und bevor ich vermutlich wieder dort verschwinde, hier ein mal die letzten drei Monate im Schnelldurchlauf.

Nachdem ich im Juli meine Bachelorarbeit zum Korrigieren verschickt hab, hat es tatsächlich noch fast einen Monat bis zur Abgabe und Prüfung gedauert. Es gab noch ein paar Ergänzungen und Korrekturen, die ich einpflegen musste, sodass es sich alles in die Länge gezogen hat. Als ich die Arbeit an einem Samstag endlich aus dem Druck geholt habe, habe ich schon gemerkt, dass ich irgendwie nicht wirklich fit bin. Auf dem Rückweg hatte ich dann noch in weiser Voraussicht ein wenig eingekauft, abends lag ich mit Fieber im Bett. Filip war in der Zeit nicht da und so musste ich mich alleine mit Fieber und Übelkeit rumschlagen – und vor allem meine Arbeit nach Lübeck bringen (natürlich nachdem Corona ausgeschlossen war), denn am Donnerstag stand bereits das Kolloquium an. Am Ende hat alles geklappt und ich war zum Kolloq auch wieder so gut wie gesund und habe am 19.8. mein Bachelorstudium abgeschlossen.

Der September bestand vor allem aus Arbeit (wobei ich dort weiterhin nur 20 Stunden in der Woche gemacht habe) und dem Erledigen von allerlei Dingen, damit ich ab Oktober den Kopf frei habe für mehr Arbeit und meinen Master. Ich bin bei meinen Eltern alte Umzugskartons durchgegangen, habe mich um Steuern und Versicherungen gekümmert und all die (weniger) schönen Erwachsenenangelegenheiten geklärt. Mitte September waren dann (mal wieder) meine Eltern zu Besuch und wir haben uns einen schönen Tag in Hamburg gemacht und ab Mittag an der Graduierungsfeier der Uni teilgenommen. Ich habe meinen Arbeitsvertrag unterschrieben und sehnlichst auf die Zulassung aus Stuttgart gewartet, die auch relativ schnell kam – aber unter der Auflage, dass mein Bachelorzeugnis vorliegt. Die Leistungsübersicht (die ich sowieso einreichen musste) und eine Bestätigung über das Bestehen der Abschlussprüfung haben nicht gereicht. Ich habe mich also die meiste Zeit ziemlich gestresst gefühlt, da dann auch bald der erste Präsenztermin bekannt gegeben wurde, aber ich nicht wirklich eine Frist zum Nachreichen des Zeugnisses kannte.

Anfang des Monats kam dann endlich das Zeugnis in digitaler Form und einen Tag später der Zulassungsbescheid. Dann hieß es warten auf das Original – denn natürlich brauchte ich eine beglaubigte Kopie für die Einschreibung. In der Arbeit gab es ein paar spannende Projekte und am Donnerstag habe ich mich dann um 5.15 Uhr auch das erste Mal auf den Weg nach Stuttgart gemacht. Immer noch nur als Gast, da dem Sekretariat die Versicherungsbescheinigung nicht ausreichte und ich noch auf eine neue warte, aber immerhin. Wir hatten 1,5 Tage Vorlesungen, Übersicht über die Module und Inhalte und Zeit um uns Kennenzulernen. Wir sind – fast wie erwartet – nur 6 Leute im Kurs. 5 davon Männer, ich bin also offensichtlich für die Frauenquote zuständig. Insgesamt sind wir eine sehr bunte Truppe, bisher scheinen wir aber auch alle ganz gut miteinander auszukommen und ich denke, dass wir eine gute Zeit miteinander haben werden. Die Module sind zum Teil sehr viel wiederholend, zum Teil recht spannend und anspruchsvoll. Für den Einstieg also vielleicht genau die richtige Mischung. In fast genau drei Monaten ist der nächste Präsenztermin, an dem wir dann 5 Versuche durchführen werden.

Das Wochenende war doch relativ anstrengend. Durch das frühe Aufstehen (vor allem am Donnerstag) und das – für mich- lange Aufbleiben bis halb 12. Ich bin eigentlich auch jeden Tag relativ viel gelaufen, vor allem heute als ich mir am Vormittag noch Stuttgart angesehen habe. Jetzt bin ich gerade auf den letzten Metern im ICE nach Hamburg und in etwa 45 Minuten endlich zu Hause. Morgen werde ich dann erstmal etwas entspannen, aber auch eine Vorlesung ansehen oder ein Skript durcharbeiten – es gibt schließlich reichlich zu tun und wenig Zeit.

(Fast) Geschafft.

So richtig kann ich es selbst noch gar nicht glauben. Sonntag Abend war es endlich so weit. Ich habe meine Bachelorarbeit zum Korrekturlesen an meine Freunde und Kollegen, an meinen Chef und meinen Prof geschickt. Ich bin jetzt also so gut wie fertig und dem Abschluss ein ganzes Stück näher. Tatsächlich haben mir eigentlich alle (abgesehen vom Prof) – selbst mein Chef, der erst seit einer Woche aus dem Urlaub zurück ist und schon im normalen Arbeitsalltag nicht weiß wo ihm der Kopf steht – versprochen, dass ich noch diese Woche eine Rückmeldung bekomme. Dann kann ich meine Arbeit also hoffentlich schon am Wochenende anfangen zu überarbeiten und vielleicht sogar schon nächste Woche in den Druck geben. Das wäre wirklich großartig! Ich freue mich so sehr wenn das hinter mir liegt. Von Freitag bis einschließlich Sonntag saß ich jeden Tag mindestens 8 Stunden, tendenziell eher 10 vor meinem Laptop und habe geschrieben, Anhänge eingefügt und korrigiert. Sonntag war ich dann auch wirklich platt und ich fürchte, dass die letzten beiden Kapitel noch mal ein bisschen was an Überarbeitung nötig haben. Aber alles zu seiner Zeit. Bis dahin genieße ich mein zurückgewonnenes Privatleben. Gestern haben wir Geburtstag „gefeiert“. Mama, Papa und der Hund kamen zu Besuch und wir haben uns einen schönen Tag in Hamburg gemacht. Das beste Geschenk? Definitiv, dass ich ohne schlechtes Gewissen mal einen ganzen Tag weder arbeiten noch was für die Uni machen kann. Herrlich.

Vorhin rief mich dann auch noch etwas unerwartet mein Chef an. Für nächste Woche ist vorerst mal ein Termin geplant, in dem wir besprechen wie viele Stunden ich neben den Master arbeiten soll und was das finanzielle angeht. Letzte Woche kam dann auch noch eine Mail zu einem Schnupperstudientag vom Master. Dort werden einen Nachmittag lang drei Kurz-Vorlesungen gehalten. Die Themen klingen auf jeden Fall schon mal ganz interessant und so habe ich mich direkt angemeldet. In weniger als zwei Monaten endet auch schon die Anmeldefrist und in zweieinhalb Monaten geht es los. Auch das geht also jetzt in großen Schritten voran.

Ich bin schon sehr gespannt und aufgeregt, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden. Wie gut meine Bachelorarbeit ankommt (wir haben ja – nur durch Corona – verpflichtend in zwei Fächern sehr kurze Hausarbeiten schreiben müssen. Dazu kam eine Hausarbeit in einem Wahlpflichtseminar und der Projektbericht, den ich mit einer Kommilitonin geschrieben habe. Davor gab es immer bloß Laborprotokolle und mir kann niemand erzählen, dass einen sowas in irgendeiner Form auf eine Bachelorarbeit vorbereitet.). Und dann stehen natürlich auch noch immer die Infos aus, wann genau der Master beginnt, wann ich das erste Mal nach Stuttgart muss. Soweit ich weiß, bekommt man die leider erst kurz vor knapp, weil die Auswahl nicht vor Ende der Anmeldefrist beginnt. Und dann brauche ich ja auch noch die Info, wie viel Geld mein Unternehmen zu den Studienkosten beisteuern wird. Aber diese Frage klärt sich ja nächste Woche endlich.

Auch ansonsten gibt es weiter gute Neuigkeiten. Meiner Mama geht es immer besser. Es folgen nun noch ein MRT und Leberultraschall als letzte Untersuchungen vor den üblichen Verlaufskontrollen alle paar Monate. Und ab Mitte August geht sie in die Reha. Wir hoffen jetzt darauf, dass mein Termin in der Arbeit bei nächstem Dienstag bleibt und das Wetter gut bleibt, damit wir nächste Woche noch mal für zwei Nächte campen gehen können. Schließlich muss mein neues Zelt noch ausprobiert werden und unser kleiner Urlaub zu zweit (natürlich plus Hund) vor zwei Jahren war schön, sodass wir das jetzt gerne noch wiederholen möchten.

Läuft.

Eine gute Nachricht nach der anderen.

Den Beginn machte Anfang vorletzter Woche der Anruf meines Chefs, in dem er mir sagte, dass ich auf jeden Fall nach dem Bachelor bleiben kann. Vorher hatte ich die Aussage zwar schon, aber nun hatte er mit den anderen Geschäftsführer gesprochen und es geht klar. Donnerstag rief er noch mal an und sagte, dass er am Wochenende (so ein Strategie-Wochenende der GFs, wo die nächsten 6-12 Monate geplant werden) mit den anderen Partnern bezüglich meines Masterstudiums sprechen wollte.

Freitag folgte die allerbeste Nachricht von allen. Meine Mama ist krebsfrei. KREBSFREI! Der Tumor ist weg. Die Strapazen und Schmerzen haben sich gelohnt. Von ihrer Leber-OP erholt sie sich weiter, der Reha-Antrag ist in Bearbeitung und sie muss nur noch regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Wir haben also am Wochenende mit (alkoholfreiem) Sangria angestoßen, das gute Wetter genossen und uns einfach nur sehr gefreut.

Eine für mich persönlich sehr schöne Nachricht folgte dann gestern Abend mit einem weiteren Anruf meines Chefs. Das Studium werde ich noch dieses Jahr beginnen können, zumindest von Seiten der Firma. Nach seinem Urlaub, der übermorgen beginnt, setzen wir uns gemeinsam mit einem weitere GF zusammen und besprechen die Details. Und dann wird hoffentlich mein Vertrag aufgesetzt. Ich freue mich sehr, dass das alles so geklappt hat, wie ich es gehofft hatte. Und ich freue mich, dass mir der Bewerbungsprozess erspart bleibt und ich weiter ohne auch nur ein richtiges Bewerbungsgespräch geführt zu haben durchs Arbeitsleben komme 😃

Heute war ich dann mit dem Rechner wieder im Büro. Ich habe jetzt ein eigenes Benutzerkonto, eine eigene Mailadresse und kann externe Mails versenden und empfangen. Ich bin nun nicht mehr „Praktikant“, so wie es bisher überall stand. Dazu kam dann heute noch eine Mail aus der Führungsetage: für alle ungeimpften Mitarbeiter gibt es je einen geschlossenen Impftermin für die erste und zweite Corona-Impfung. Mit Biontech und auch bereits Anfang August (über offizielle Stellen wäre ich vermutlich nicht so schnell an der Reihe gewesen). Ich habe natürlich sofort zugesagt und werde dann hoffentlich Ende September den vollen Impfschutz haben.

Mit der Bachelorarbeit geht es auch voran. Gerade habe ich eine leichte Schreibblockade, aber auch das wird wieder. Mit der Arbeit und den zahlreichen Aufträgen, die wir gerade bekommen, ist es in manchen Wochen zwar etwas viel, aber die ganzen guten Nachrichten der letzten Tage machen das wieder wett. Hoffen wir, dass es auch weiterhin so gut läuft.

Grüße aus dem Home Office.

Hamburg zeigt sich heute wieder von seiner besten grauen Seite. Es regnet und ab dem späten Nachmittag ist Unwetter angesagt. Ich freue mich jetzt schon endlos auf die Abendrunde mit dem Hund – nicht.

Seit gestern bin ich im Home Office. Gestern fühlte ich mich, abgesehen von den letzten ein, zwei Stunden, zehn mal produktiver als im Büro. Heute hänge ich durch. Müde, Rückenschmerzen. Und vom Wetter gedrückte Stimmung. Ich dümpelte zwei Stunden unkonzentriert an meinem aktuellen Projekt vor mich hin und entschied mich dann für eine halbe Stunde Schlafen, in der Hoffnung mich danach besser zu fühlen. Ich kam aber kaum zur Ruhe und döste am Ende bloß 10 Minuten. Nur der Hund lag neben mich gekuschelt und schlief und träumte und wackelte dabei mit seinen Pfoten. Im Gegensatz zu mir liegt er immer noch auf der Couch und döst vor sich hin. Hund müsste man sein.

Ursprünglich wollte ich heute den vollen Tag arbeiten. Inzwischen habe ich entschieden nur noch die Übersichtspläne für das Projekt fertigzustellen und es dann für heute gut sein zu lassen. Am Nachmittag werde ich noch mal einen Blick in die Mails werfen, ob mein Chef endlich geantwortet hat oder ob etwas dringendes zu tun ist. Ansonsten lasse ich den Tag wohl einfach sein und mache es mir gemütlich. Mir geht sowieso viel zu viel durch den Kopf, als dass es heute noch groß besser werden würde.

Meine Mama wurde – relativ kurzfristig aufgrund freier Kapazitäten – bereits am Freitag an der Leber operiert. Seitdem heißt es jeden Tag, dass sie am nächsten auf Normalstation verlegt wird. Bisher hat sie sich immer noch gemeldet, also wird sie wohl immer noch auf der Intensivstation liegen. Ihr Blutdruck machte wohl etwas Probleme, aber nachdem sie gestern noch mal eine Blutkonserve bekommen hat, sollte es eigentlich besser werden. Abgesehen davon habe ich eine nicht unbedingt kürzer werdende To-Do-Liste mit diesem ätzenden Erwachsenenkram im Hinterkopf. Vorsorgetermine machen, mich näher über die Preisänderung bei meiner Bank und ggf. einen Wechsel informieren, Krankenkasse für nach dem Studium aussuchen… Ich will eigentlich auch noch dringend einer Freundin schreiben, aber irgendwie fehlt mir entweder die Zeit oder der Kopf dafür. Wir kennen uns erst seit letztem Jahr, haben aber mindestens alle paar Tage eine Nachricht geschrieben und uns all 1-2 Wochen mal getroffen. Das letzte mal habe ich sie im Februar gesehen. Bei ihr war viel mit der Uni zu tun und es hatte dann auch mal etwas länger gedauert, bis sie geantwortet hat. Das war dann aber trotzdem immer noch super ausführlich. Seit Mitte März nun keine Nachricht mehr. Sie ist eigentlich nicht der Typ dafür, gar nicht mehr zu antworten und ich mache mir Sorgen, dass irgendwas passiert ist, weswegen es ihr nicht gut geht. Da will so eine Nachricht auch gut formuliert sein.

Abgesehen von diesem ganzen anderen Kram, läuft es bei mir und F. irgendwie auch nicht mehr so rund. Schon eine Weile nicht, im letzten Sommer hatte er kaum Zeit, dann fing es an bei mir stressig zu werden. Corona hat sein übriges getan, sodass wir die letzten Monate zwar quantitativ viel Zeit zusammen verbracht haben, aber kaum mal etwas unternommen haben. Das fehlt uns irgendwie sehr. Wir haben drüber geredet und ich hatte eigentlich das Gefühl, dass wir wieder auf einem ganz guten Weg sind, aber die letzten zwei, drei Wochen ist es wieder sehr sehr zäh. Natürlich ändert sich sowas nicht innerhalb von ein, zwei Monaten, nachdem man es so lange hat schleifen lassen. Aber ich wäre irgendwie froh drum, wenn ich mir nicht auch noch über meine Beziehung Gedanken machen müsste.

Sei’s drum. Ich arbeite jetzt noch einen Augenblick und morgen sieht die Welt dann sicher schon wieder viel besser aus.

Weiter.

Irgendwie geht es immer weiter.

Heute ist ein guter Tag. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass mein letzter Tag im derzeitigen Büro ist, bevor am 01.04. mein neuer Vertrag beginnt. Oder am Wetter. Oder an all den positiven Dingen, die so passiert sind oder noch anstehen.

Am Dienstag haben M. und ich nun endlich den Bericht zu unserem Gründachprojekt abgegeben. Ich glaube, der ist ziemlich gut geworden. Abgesehen davon war das meine letzte Abgabe, abgesehen von der Bachelorarbeit. Gestern hatte meine Mama dann ihre letzte Bestrahlung. Inzwischen hat sie sehr mit den Nebenwirkungen zu kämpfen, aber das wird ja zum Glück auch bald besser. Ende April geht es dann mit den Untersuchungen zur Leber-OP weiter und Mitte Mai kommen die Untersuchungen zum Behandlungserfolg.

Seit drei Tagen scheint hier die Sonne fast den ganzen Tag. Ich freue mich jeden Morgen und Abend daran wie lange es inzwischen hell ist. Als ich heute morgen vom Bahnhof den letzten Kilometer bis zur Arbeit mit dem Leihrad gefahren bin, hat es sich zum ersten Mal nach Sommer angefühlt. Es hat nach Sommer geklungen und gerochen und mit dem wolkenlosen Himmel über den Altbauten war klar: bald wird es Sommer. Und darauf freue ich mich sehr.

Am Wochenende werde ich die erste „Reise“ seit einer Ewigkeit antreten. Ich fahre für drei Tage zu A. nach Bonn. Seit sie vor anderthalb Jahren aus unserer WG ausgezogen ist, haben wir uns erst zwei Mal gesehen. Die Vorfreude ist also sehr groß!

Generell gibt es gerade viel Vorfreude – selbst auf die Bachelorarbeit. So langsam wird es real, dass das Studium bald vorbei ist. Ich hoffe noch nächsten Monat meine Arbeit anmelden zu können und dann sind es bloß noch drei Monate. Außerdem kommen bald noch zwei Seminare zum Thema Bewerbungsgespräch und Einstiegsgehalt/Arbeitsvertrag vom Career Development Center der Uni. Bald bin ich dann tatsächlich Ingenieurin. Und ab Oktober hoffentlich auch Teilzeit-Studentin.

Hallo Bachelorarbeit.

Es geht voran. Die Prüfungen sind geschafft, lediglich der Vortrag morgen und die beiden schriftlichen Ausarbeitungen stehen noch an. Die mündliche Prüfung lief gestern wirklich gut, ich habe sogar mit 1,3 bestanden. Das ist zwar definitiv deutlich besser, als mein tatsächliches Wissen und Verständnis in der Vorlesung, aber es war eine sehr einfache und dankbare Prüfung und die Bewertung äußerst nett. Die Noten der beiden Klausuren stehen noch aus, der Rest ist auch schon bewertet und bewegt sich ebenfalls im Bereich gut bis sehr gut. Damit ist dieses doch sehr fordernde Semester so gut wie abgeschlossen.

Für die Bachelorarbeit ist nun auch alles geklärt. Mein Prof wird sie betreuen (yey!) und nun warte ich nur noch auf Antwort von meinem bald-wieder-Chef, ob wir das mit dem Werkstudentenvertrag noch diesen Monat schaffen. Ende nächster Woche müsste ich dann nämlich meine Kündigung abgeben. Ich freue mich, wenn es dann bald los geht, aber ich freue mich auch die nächste Zeit viel Freizeit zu haben und wieder regelmäßiger arbeiten zu gehen. Auf Antwort aus Stuttgart warte ich auch nach wie vor, aber das läuft ja zum Glück nicht weg.

Auch ansonsten läuft es ganz gut. Mein Bücherstapel ist gewachsen und wartet darauf gelesen zu werden. Damit werde ich jetzt auch bald wieder gut voran kommen. Mit dem Sport klappt es ebenfalls ganz gut, heute war ich trotz rutschiger Eisbahn auf den Wegen im Stadtpark laufen. Das erste Mal seit zwei Monaten und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage: ich hab’s echt vermisst und es war toll. Anstrengend, aber toll. Vielleicht kann ich für das Wochenende ja auch meinen Papa zu einem kleinen Lauf überreden oder ein Workout machen, denn die versuche ich nun auch regelmäßiger einzubauen. Außerdem hat eine Freundin mir ihren ungenutzten Hula Hoop Reifen geschenkt, sodass ich mich diesem Trend jetzt auch anschließen kann 😄