Nichtstun.

Es tatsächlich schon eine Weile her, dass ich hab von mir hören lassen. Ich war so sehr beschäftigt mit Uni und Umzug die letzten Wochen. Die Werkstudentenstelle habe ich sicher und schon drei Wochen dort ausgeholfen. Seit einer Woche bin ich im Praktikum in einem anderen Büro. Parallel hatte ich bis Freitag zwei Hausarbeiten abzugeben und meinen bisherigen Nebenjob habe ich erst zu Ende August gekündigt.

Jetzt kann ich endlich anderthalb Monate Nichtstun. Also, mehr oder weniger. An den Wochenenden wird für den Nebenjob gearbeitet. Nächsten Samstag bepflanzen wir endlich die Dächer für unser Uni-Projekt. Das Wochenende drauf ist Familienbrunch bei meinen Eltern, das Wochenende darauf der Geburtstag meiner besten Freundin. Und bis Anfang September fahre ich noch eine 40h-Woche im Praktikum. Danach wird es entspannter. Ich arbeite bloß 24h fest, alles weiter wären Überstunden. Und bei dem guten Wetter, das fürs Wochenende angesagt ist, lässt sich das alles auch irgendwie besser managen.

Gutes.

Ich wache auf. Draußen ist es hell, der Himmel blau. Die Uhr zeigt 5:30. Seit ich mein Rollo verkauft habe, ist das meine übliche Zeit. Ich döse noch mal ein und wache mit dem Weckerklingeln um kurz vor 7 wieder auf. Ein scharfer Kopfschmerz zieht über die ganze rechte Seite bis ins Auge, sodass mir übel wird. Ich habe durch den Stress (als hätte ich nicht genug gibt es jetzt noch unnötiges Hickhack mit der Vermietung) die letzten Tage schon viel im Schlaf geknirscht, letzte Nacht war es wohl noch extremer. Ich vermute, dass heute ein mieser Tag wird und ich mein Lernpensum nicht schaffe. Nach einer 600er Ibu, einer weiteren Stunde Dämmerschlaf, einer Wärmflasche im Nacken und einer Dusche fühle ich mich halbwegs bereit meine Wäsche aufzuhängen und mich danach an die Vorlesung zu setzen. Mein Lernpensum habe ich tatsächlich nicht geschafft. Dafür war ich nach der Vorlesung in der Post, habe ein paar wichtige Mails geschrieben und schließlich 5 Kartons für den Umzug gepackt. Drei davon sind fertig, in den anderen fehlt hier noch ein Ordner und da noch ein Buch. Im Wohnzimmer ist die Lampe abmontiert, außer im Flur sind alle Löcher verspachtelt und zusätzlich noch ein paar Bilder dick eingewickelt und Kleinigkeiten sortiert. Anschließend war ich laufen und nun sitze ich hier, mit meinem Lieblingsdrink, und werde tatsächlich noch ein Kapitel Elektroakustik ausarbeiten. Nach Netflix ist mir heute nicht und da ich nach dem Laufen immer super viel neue Energie habe, ist Lernen wohl die richtige Option. Diese Woche werde ich dann auch nichts mehr für den Umzug tun müssen, außer die fertigen Sachen in den Keller zu bringen.

Meinen Tag hat heute auch eine E-Mail gerettet, die in mein Studi-Postfach kam. Leider keine Neuigkeiten zum nächsten Semester, dafür aber ein Jobangebot. Das Büro in dem ich im Februar ein Praktikum gemacht habe, sucht einen Werkstudenten. Erstmal wegen Krankheit (macht sich bei zwei Vollzeitkräften und einem Werkstudenten schon sehr bemerkbar, wenn einer fehlt) und dann wohl aber auch langfristig. Da die Zusammenarbeit mit mir wohl positiv in Erinnerung geblieben ist, wurde ich nun also gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen könnte. Und ich kann. Auch wenn ich ja noch sechs Wochen Praktikum in den Semesterferien habe, würde ich gerne davor und danach helfen und wenn es vom Stundenplan her passt auch gerne noch im nächsten Semester. Morgen telefoniere ich dafür noch mal mit J., heute musste ich erstmal alles mit meiner Krankenkasse klären zwecks Familienversicherung. Da ich letztes Jahr einige Wochen „unversichert“ war, da es dort Probleme vom Wechsel auf Arbeitnehmer und wieder zurück in die Familienversicherung gab, war mir wichtig vorher alles besprochen zu haben. Etwas aufgeregt bin ich ja schon. Alle drei dort waren echt nett und entspannt. Mein Chef sprach relativ am Anfang zu den beiden anderen davon vielleicht in ein oder zwei Jahren noch eine weitere Stelle schaffen zu wollen. Vielleicht können sie mich dann nach dem Studium sogar übernehmen, auch wenn ich nicht weiß ob ich dort dann wirklich arbeiten wollen würde.
Am Ende hoffe ich aber erstmal, dass das mit der Werkstudentenstelle klappt. Und dann mache ich meine Prüfungen und den Umzug und dann sehen wir weiter.

Semester, die Vierte.

Bald liegen bereits zwei Jahre Studium hinter mir. In zwei Wochen ist das vierte Semester geschafft. Ein ganz und gar komisches Semester. Am Tag meiner letzten Prüfung, dem Freitag vor Vorlesungsbeginn, wurde die Schließung aller Schulen und Hochschulen wegen Corona in Schleswig-Holstein bekannt gegeben. Schon zwei Wochen später, hatte sich die Online-Lehre so langsam eingependelt und sich kaum noch was verändert. Einzig und allein, dass M. und ich bereits mit unserem Hörprojekt begonnen haben und dafür aktuell ein oder zwei Mal in der Woche in der Hochschule sind. Das Lernen vorm Bildschirm ist zwar reichlich anstrengend, aber es hat mir trotzdem gefallen. Wann sonst sitzt man in der Sonne und isst ein Stück Kuchen, während der Professor von Schallimmissionsschutz oder diversen psychoakustischen Experimenten spricht? Dennoch war es irgendwie ein komisches Semester. Außer M. habe ich die allermeisten meiner Kommilitonen das letzte Mal vor 5 Monaten gesehen. Nicht, dass ich jemanden vermissen würde. Ich habe dort keine Freundschaften geschlossen und auch wenn ich mit meinen Eltern, F. und K. und denjenigen Freunden, mit denen ich wegen der Entfernung sowieso die meiste Zeit im Jahr nur Kontakt übers Telefon habe, für mich ausreichend Sozialkontakte habe, ist es doch ein komisches Gefühl, nicht ständig von Leuten umgeben zu sein. Im Bus, im Kurs, in der Mensa, in der Bib. Und das sickert erst jetzt so langsam richtig durch, als ich beginne zu begreifen, was „Wir werden vermutlich auch im nächsten Semester nicht zum vor-Corona-Betrieb zurückkehren können und eine weiter gelockerte Mischung aus Präsenz und Online-Lehre anbieten“ wirklich bedeutet. Vermutlich ein GANZES weiteres Semester keine Präsenz für mich, bis auf vielleicht ein, zwei kleine Ausnahmen zu Experimenten, die in Präsenz stattfinden. Ein ganzes weiteres Semester, das mein letztes Theoriesemester ist. Im 6. geht es nämlich nur noch (vielleicht) ins Praktikum und dann an die Bachelorarbeit. Dann bin ich durch. Das schlimme daran ist: all die Wahlfächer, die studiengangsspezifisch und für mich auch interessant sind, werden von Lehrbeauftragten angeboten. Lehrbeauftragte dürfen selbst entscheiden, ob sie ihre Vorlesungen online abhalten oder eben gar nicht anbieten, denn sie sind nicht an der Uni angestellt. Ich brauche im nächsten Semester noch 7,5 Credit Points, um die Bachelorarbeit angehen zu können. Credit Points, die ich vermutlich nicht großartig anders werde sammeln können und die ganz im Zweifel dazu führen, dass ich mein Studium verlängern muss. Wäre nicht schlimm, aber bei uns werden nahezu alle Veranstaltungen nur alle zwei Semester angeboten und auf Hydroakustik und Technische Akustik 2 hatte ich mich wirklich schon sehr gefreut.
Die Ungewissheit wird nun noch mindestens zwei Wochen andauern. Aktuell finden länderübergreifend Gespräche zur Gestaltung des Wintersemesters statt. Die Laboringenieurin für meinen Studiengang wollte sich danach darum kümmern, schnellstmöglich mit den Lehrbeauftragten zu sprechen und in Erfahrung zu bringen, welche Vorlesungen stattfinden können. Es heißt also mal wieder warten. Ich hasse warten.

Außerdem habe ich den Kopf eigentlich schon voll genug. Nächste Woche finden Donnerstag und Freitag insgesamt vier Tests/Prüfungen statt, die in meine Semesternoten eingehen. Am Dienstag drauf ist dann meine einzige und letzte Klausur, für die auch ein wenig lernen muss. In zweieinhalb Wochen ziehe ich um, muss noch reichlich Kisten packen. Aber da ich an den nächsten beiden Wochenenden zu meinen Eltern fahre, kann ich damit noch nicht so richtig anfangen. Am Projekt will weiter gewerkelt werden. Wir sind schon auf einem guten Stand, vielleicht schaffen wir es morgen noch, die Dachmodelle fertig zu bauen, damit wir nächste Woche endlich begrünen können. Und dann irgendwann endlich mal messen. Mein Nebenjob wartet auch noch auf mich. Zum Glück gab es dieses Mal nicht ganz so viele Aufgaben zu korrigieren, ich hoffe das ändert sich nicht, wenn nächste Woche wieder neue kommen.
Das Stress-Level ist konstant hoch. Aber hoffentlich kehrt ganz bald Entspannung ein.

Erleichterungen.

Manchmal folgt die Erleichterung auf dem Fuße. Obwohl meine Eltern den Einkaufskorb, in dem ich mein Portemonnaie vermutete, drei mal durchgesehen haben, war es nicht zu finden. Gestern beim Einkaufen fand meine Mutter es dann doch. Es ist also wieder da und meine Eltern bringen es mir Sonntag mit.

Mein Professor hat mir gestern nun auch mein erstes Protokoll zurückgegeben – ohne erforderliche Nachbesserungen. Und die Hausarbeitsthemen stehen auch endlich fest: Schallabsorbertypen und Messung des Schallabsorptionsgrades in Technischer Akustik und in Psychoakustik Hörschwellenbestimmung bei Tieren. Damit kann ich sehr gut leben.

Gestern war dann noch jemand da, um sich das Sofa anzusehen. Als ich erzählte, dass ich das meiste andere auch loswerden will, entschied sie sich, noch drei Regale mitzunehmen. Ein Möbelstück online gestellt, vier verkauft. Immerhin. Meine Mitbewohnerin nimmt meine Waschmaschine, Kleiderstange, meinen Drucker und ein großes Regal aus meinem Zimmer mit. Damit ist kaum noch etwas an Möbeln für den Verkauf übrig, der Großteil ist nun Kleinkram.

Ich bin zwar immer noch gestresst, aber die Entwicklung im gestrigen Tag hat mich schon sehr erleichtert und die Menge an Stress etwas schrumpfen lassen.

Stress-Rakete.

Mein Stresslevel geht momentan wahrlich durch die Decke. Deswegen ist von mir auch gerade nicht viel zu lesen. Es kommt so einiges zusammen und das macht die Tage im Moment eher weniger schön. Tausend Erledigungen, Termine, Fristen schwirren mir durch den Kopf. Das Jahr läuft nicht unbedingt so, wie ich es mir gewünscht hatte.

Wäre es nur die Uni für sich, wäre das Semester relativ entspannt. Oder zumindest nicht stressiger als andere, trotz Online-Lehre. Nun hat sich aber für zwei Fächer ergeben, dass statt einer Klausur je drei Online-Tests und eine Hausarbeit geschrieben werden müssen. In einem anderen Fach wird ein Test und eine schriftliche Abgabe gefordert. In Schwedisch wird der Prüfungsdialog auch online stattfinden, nur für die schriftliche Prüfung müssen wir zur Uni. Einzig in Digitaler Signalverarbeitung bleibt alles wie es ist. Zumindest was die Prüfung anbelangt.
Zu all dem kommen noch insgesamt 10 Protokolle. Die Hälfte habe ich schon abgegeben, Versuch 6 ist erledigt, Versuch 7 muss ich noch machen. Bisher gab es von meinem Professor jedoch noch keine Rückmeldung, sodass ich am Ende möglicherweise jedes Protokoll überarbeiten muss.
M. und ich wollten gerne in diesem Semester schon mit unserem Hörprojekt anfangen. Soweit lief es gut, doch inzwischen haben wir etwa einen Monat Verzug. Es mussten viele Dinge geklärt werden, wegen Corona mussten Anträge gestellt werden. Zwar müssen wir vermutlich erst im Januar nächsten Jahres die Abschlusspräsentation und den Bericht machen, aber im Sommer war bei mir ein Praktikum geplant, das hoffentlich auch stattfindet. Über die Semesterferien sind dann also keine Messungen möglich.

Vor zwei Wochen hat mir meine Mitbewohnerin dann eröffnet, dass sie in die WG einer Freundin ziehen wird. Zuerst war ich gestresst, weil ich nicht wusste wie es für mich dann weitergeht. Meine Vermietung ist etwas eigen, ich bin sowieso nur noch maximal ein Jahr in Lübeck, die Lage zur Uni ist nicht optimal – Mitbewohner finden könnte schwierig werden. Seit dem letzten Wochenende gibt es nun die Entscheidung für eine Option: ich ziehe zurück zu meinen Eltern. Macht in dieser Situation am meisten Sinn und gibt mir nun endlich Gewissheit. Und zusätzlichen Stress, da wegen meines Praktikums und der Arbeitszeiten meiner Eltern der Umzug bereits in 5 Wochen stattfinden muss. Nun muss ich also Kündigungen schreiben, Möbel verkaufen, aussortieren, Kisten packen und organisieren.

Nachdem ich nun am Wochenende bei meinen Eltern war, kehrte ich mit kaputter Brille und ohne Portemonnaie zurück. Letzteres fiel aber erst gestern auf, als ich einkaufen wollte. Zuerst dachte ich, ich hätte es vielleicht bei meinen Eltern vergessen oder im Auto verloren. Dort war es aber nicht zu finden, genauso wenig in meiner Wohnung. Also muss ich mich nun darum kümmern, ob es bei der Bahn aufgetaucht ist und vermutlich sämtliche Dokumente neu beantragen. Abgesehen davon hatte es einen großen immateriellen Wert: Das Portemonnaie war ein Mitbringsel aus Mexiko…
Mit meiner Brille ist es nicht ganz so schlimm. Seit Anfang des Jahres habe ich eine zweite in passender Stärke. Die müsste allerdings mal gerichtet werden, denn sie drückt, und wegen Corona habe ich das bisher immer aufgeschoben.

 

Ich weiß im Moment weder so richtig wo mir der Kopf steht, noch womit ich zuerst anfangen soll. Und ich werde mehr als froh sein, wenn ich in 5 Wochen wieder in meinem Kinderzimmer wohne und Semsterferien habe.

Mexiko – Teil 2.

Was nun folgte war das wohl bisher beste Wochenende meines Lebens.

Es war Samstag Abend. Wir quetschten uns zu fünft in das kleine Auto von I. und fuhren die zwei Stunden durch die westmexikanische Berg- und Wüstenlandschaft nach La Paz.
F. und ich fielen erledigt ins Bett einer Ferienwohnung, der Rest ging noch Abendessen. Am nächsten Morgen standen wir zeitnah auf. Ein aufregender Tag würde uns bevorstehen. Also frühstücken, fertig machen, Sachen packen und los. Wichtigste Acessoires: Bikini, Sonnencreme und ein Pullover.0aeeb4d3-3a54-4098-ba74-57af4f73d63e.jpg

Wir fuhren zu einer Marina und trafen dort einen Freund von G., sowie David, unser Guide für den Tag, und den Kapitän. Kurz vor Abfahrt stieß auch endlich die Vermieterin des Apartments, in dem F. und ich untergekommen waren, dazu. Wir bestiegen also zu 8 ein kleines Boot, bekamen Schwimmwesten und Getränke und Armbändchen – wir fuhren in Schutzgebiete – und waren unterwegs zu einer Reihe von unfassbaren Erlebnissen:

Nummer 1
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Wale! Zwei oder drei waren es, die wir einige Minuten lang beobachten konnten. Eingemummelt in Pullover und Handtucher, mit vom Fahrtwind zerzausten Haaren, kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Wale waren nicht weit vom Boot entfernt. Leider unterstütz WordPress ohne Premium-Account keine Videos. Dabei hätte ich so gerne einige in diesem Beitrag hochgeladen. Nun müsst ihr euch wohl mit teilweise etwas minderqualitativen Bildern zufrieden geben 😦

 


Nummer 2

1c18a934-2d36-4997-b6dd-c77714db7977.jpgIsla Espiritu Santo. Eine von zwei Inseln vor La Paz auf denen Seelöwenkolonien leben. Die Jungen sind unglaublich verspielt und benehmen sich fast wie Hunde. (Da hätte ich so gerne ein Video von hochgeladen!) Jedenfalls gingen wir schnorcheln. Kurz bevor wir am Ankerpunkt angelangt waren, sahen wir noch Mantarochen. Die Leben in ihren Schulen in der Sea of Cortez und wenn man Glück hat, sieht man eine davon. Viele waren es nicht, aber sie schwammen und sprangen rings um unser Boot. Nun aber ab in Neoprenanzüge und ins Wasser gesprungen. Während es sich ein Seelöwe auf unserem Boot gemütlich gemacht hatte. Meine Schwimmweste war viel zu groß und hing mir quasi an den Ohren. Toll war es trotzdem. Jede Menge kleiner und größerer bunter Fische, Korallen – und Seelöwenjunge. Die einem einen ziemlichen Schrecken einjagen, wenn sie schnell wie ein Pfeil direkt vor einem vorbeischießen. Unser Kapitän steuerte das Boot auf die andere Seite der Insel und wartete dort auf uns. Unterwegs sah ich tatsächlich noch zwei Rochen beim Schnorcheln, aber das Wasser war nicht sehr klar und sie schwammen relativ tief. 1c4d7e85-80c9-4d21-9329-f2886815ed7a.jpg
Für uns ging es weiter zu einer kleinen Bucht in der wir eine Mittagspause einlegten. Unterwegs erzählte uns David allerlei zu dem, was wir sehen konnten. Er ist einer der wenigen Einheimischen. Die allermeisten sind irgendwann zugezogen, Davids Familie lebt jedoch schon seit Generationen auf der Halbinsel im Westen Mexikos.
In der Bucht sah es aus wie aus einem Film. Ein Pelikan kam an den Strand und beobachtete uns wie wir einen Sonnenschirm und einen Tisch aufstellten. Es gab Ceviche, in Mexiko und besonders im Staat Baja California ein Standard-Snack, den es oft auch als Vorspeise gibt. Ceviche ist weißfleischiger Fisch, der in Limettensaft mariniert wird. Das ganze wird dann wie eine Art Salat angerichtet, zB mit Avocado, Möhren und Tomaten. Auf keinen Fall darf Koriander fehlen und dazu gab es natürlich Totopos – frittierte Tortillas. Wir genossen die Sonne, das Essen und die kalten Getränke. Und taten durch einen kleinen Spaziergang auch noch etwas Gutes: Wir fanden haufenweise Schädel von Hammerhaien, teilweise noch mit Haut. Als wir zurückkamen fragten wir David, ob sie in das flache Wasser der Bucht schwammen und nicht wieder heraus kämen. Er verneinte, es handle sich vermutlich um illegalen Fang. Der Kapitän meldete es den Behörden.

Nummer 3
Wir packten zusammen und machten uns auf den Weg Richtung La Paz. Das größte Abenteuer stand nun noch bevor. Schnorcheln mit Walhaien. Diese gepunkteten, großen – ausgewachsen bis zu 7m lang – Tiere nennt man auch „gentle giants“. Sie zählen zwar zu den Haien, ernähren sich aber ähnlich wie Wale und sind sehr friedliebend. Die Mexikaner respektieren die Natur und die Tiere dort grundsätzlich sehr. Bei Touren, wie wir eine gemacht haben, geht es vor allem darum etwas über die Tiere und die (Unterwasser-)Landschaft zu lernen. Die paar Minuten, die ich neben diesem Riesen geschnorchelt bin, haben mich noch den Rest des Urlaubs staunen lassen.

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Nachdem wir zurückgekehrt waren, fuhren wir ins Apartment und machten uns frisch. Danach ging es zurück an die Promenade, den Sonnenuntergang ansehen und noch ein wenig La Paz erkunden.
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Am nächsten Vormittag wanderten wir über ein paar Hügel zu verschiedenen Stränden. Sonnten uns und schwammen dort. Danach ging es weiter an die Pazifikküste im Westen, nach Todos Santos. Eine kleine, schnuckelige Stadt, von der ich gerne noch mehr gesehen hätte. Nachdem wir aber nach Souvenirs geschaut und uns ein wenig umgesehen hatten, ging es zurück ins Auto. G. und I. waren irgendwie nervös, besonders als sie den Weg zum nächsten Ziel nicht auf Anhieb fanden.
F. und ich hatten uns vor dem Urlaub über alle möglichen Aktivitäten dort informiert. Unter anderem konnte man frisch geschlüpften Babyschildkröten auf ihrem Weg ins Meer helfen. Laut Internet würden wir das ganze aber um Wochen verpassen. Uns wurde nicht gesagt, was als nächstes ansteht. Doch unterwegs entdeckten wir Schilder mit der Aufschrift „turtle release“ und fuhre in Richtung Strand – wir würden doch nicht etwa…?
Und ob! Aber erst nach allerlei Schwierigkeiten. 09a2234b-4be7-4ee3-b4f7-8dd2e5adbfcc.jpg
Als wir ankamen, schien niemand da zu sein. I. erzählte uns vom ursprünglichen Plan als ich ihn darauf ansprach. In etwa 1km Entfernung hatten sich viele Menschen angesammelt. Ich fragte, ob es nicht da sein könnte – nein nein, da sei ein Restaurant. Allerdings war keiner von beiden bisher zu einem Turtle Release an diesem Strand gewesen. I. fragte einen Angler und es stellte sich heraus, dass es sich bei den Menschen doch um Schaulustige handelte.
Wir hatten noch 10 Minuten bis zum Sonnenuntergang, also joggten wir über den Strand bis zu den Biologen und den Schildkröten. Fix und fertig bekamen wir den letzten Bottich mit 6 kleinen Babyschildkröten, den I. MIR in die Hand drückte. Dann ging es auch schon ans Wasser. Auf ein Kommando ließen wir und einige Andere die Kleinen frei. Es waren bestimmt 50 Leute gekommen um die Schildkröten „anzufeuern“. Wann immer eine Welle eine kleine Schildkröte auf den Rücken drehte, hörte man ein Raunen aus der Richtung. Das war wirklich der krönende Abschluss eines wundervollen Wochenendes und ich hätte an dem Abend platzen können vor Glück.
ab560875-d6c1-41c0-9bbe-a9040d2f5342.jpg Noch dazu hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Nach der ganzen Aufregung fuhren wir noch in ein Restaurant außerhalb der Stadt. Nach dem Essen saßen wir dort am Lagerfeuer und erzählten. Die Tage waren so gelungen, dass kein anderer das mehr hätte toppen können.
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Der restliche Urlaub hielt vor allem Entspannung für uns bereit. Wir waren oft am Strand zum Sonnenbaden und Schnorcheln.xxxx.jpg
F. und ich hatten uns noch eine Sunset Cruise gewünscht. Leider war es in der zweiten Woche häufiger bewölkt, wir fuhren dennoch raus. Zuvor streiften wir zu viert durch Cabo San Lucas. Gingen in die kleinste Bar der Welt und tranken den besten Mojito der Gegend.
Auf einem Segelboot ging es dann auf die Sea of Cortez, vorbei am „Arch“, raus auf den Pazifik, wo wir wieder Wale sahen. Es gab leckeres Essen und Bier und Wein und Musik. Unser Guide erzählte allerlei lustige Geschichten, alle an Board amüsierten sich prächtig. Wir hatten schon gedreht und waren auf dem Weg zurück in den Hafen, als ein schmaler Streifen zwischen den Wolken aufklarte und wir wenigstens noch einen Hauch von Sonnenuntergang erwischen konnten. So oder so: schön war es.ddff2755-e98c-4314-ae56-323b16128cbb31951ee2-5b23-4059-b2ce-9200a6e77b68

An unserem letzten Abend fuhren wir noch mal zu I.s Familie nach Cabo San Lucas um uns zu verabschieden. Danach ging es noch zu einem Hotel auf dessen Dachterasse wir einen weiteren wundervollen Sonnenuntergang anschauen konnten. Danach folgte der Abschied von I. und die Stimmung auf der Rückfahrt war irgendwie sehr gedrückt. Keiner von uns wollte, dass wir am nächsten Tag zurück nach Deutschland fliegen.

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Wir hatten die Koffer gepackt und G. holte uns zu einem letzten gemeinsamen Ausflug ab. Das Gepäck lagerten wir in ihrer Wohnung und fuhren dann ein wunderschönes Hotel zum Brunchen.
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Am Flughafen folgten dann ein Abschied voller Tränen – bei uns allen. Und schlechte Laune. Wir waren für zwei Wochen in einer anderen Welt und noch nicht bereit nach Hause zu gehen. Wir haben uns verliebt in Land und Leute. Was bleibt, sind Erinnerungen – aber ich bin mir sicher, wir kommen wieder.

Mexiko – Teil 1.

Der Beitrag lag bei mir nun schon einen Monat in den Entwürfen. Seit mehr als zwei Monaten sind wir schon aus dem Urlaub zurück. Aber versprochen ist versprochen und es sind so tolle Erinnerungen, dass ich sie in jedem Fall mit euch teilen muss. Auch wenn ich nicht mehr hunderprozentig jeden Tag zusammen kriege. Also los:

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Der Tag begann früh. Um 5 waren wir am Hamburger Flughafen, um 7 hob sich die Maschine Richtung London in die Luft. Von dort aus ging es weiter nach Dallas. Obwohl ich große Bedenken vor meinem ersten Langstreckenflug hatte, war es relativ entspannt. Ich sah einen Film über das Inflight-Entertainment, schlief ein Stündchen und las. In Dallas angekommen stellte sich dann langsam die Erschöpfung ein. Auf dem letzten Flug hatte ich sehr mit mir zu kämpfen, da F. und seine Mutter neben mir schliefen. Ich wollte jedoch unbedingt wach bleiben. Glücklicherweise saß ich am Fenster und konnte Meer und Berge im tollen Licht des Sonnenuntergangs beobachten. Nach weniger als 3 Stunden setzten wir auch endlich in Mexiko auf. Wir landeten um 19.30 Uhr Ortszeit in San José del Cabo und ich hoffte dem Jetlag eins auszuwischen, indem ich mehr als 24 Stunden fast durchgängig wach und dementsprechend müde war. F.s Cousine holte uns ab und fuhr zu unserer Unterkunft. Da hieß es nur noch: eine schnelle Dusche und ab ins Bett. An unserem ersten Morgen wurden wir früh wach.In Deutschland war es da schon etwa 14 Uhr, kein Wunder also. Aber das frühe Aufstehen wurde belohnt von dem wundervollen Ausblick vom Balkon unseres Apartments.f6ebbc2b-85b2-469a-8fb0-e300cb6363d2

Den ersten Tag nutzten wir, um jede Menge Sonne zu tanken und die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Es ging in die Innenstadt, G. führte uns herum, wir machten Fotos und aßen dann zum ersten Mal authentisch mexikanische Tacos – es war ein Traum. Wir fuhren in die Marina und schauten uns um. Hinterher ging es noch an zwei verschiedene Strände. Am ersten gingen wir spazieren und genossen das Wetter und die Wärme – 27 Grad – am zweiten beobachteten wir den Sonnenuntergang, bevor wir müde aber überglücklich recht früh ins Bett fielen.
c1ddf4c0-2d1c-4286-b872-5b5dbd2944a9.jpg Den zweiten Tag verbrachten F. und ich zuerst im Apartment. Später ging es an den Strand. Wir hatten ein wenig Proviant eingepackt und spazierten. Eine Stunde in die eine Richtung, dann ein Picknick auf der Mole der Marina, und wieder zurück. Unterwegs trafen wir zwei Amerikaner und unterhielten uns kurz. Sie waren Rentner und regelmäßig in Los Cabos (für die Amis ist das sowas für uns Europäer die Kanaren). Der Herr war früher Feuerwehrmann gewesen – so wie F. Sie waren super nett und als wir wieder an dem Treffpunkt angekommen waren, an dem G. uns einsammeln wollte, kam er noch mal auf uns zugelaufen. Ein Wal war ganz in der Nähe des Strandes zu sehen, das passiert sonst nur äußerst selten. Am Abend lernten wir G.s besten Freund I. kennen. Seine Eltern hatten sie quasi in ihre Familie aufgenommen und wollten uns auch unbedingt kennenlernen. So fuhren wir abends zu ihnen, wurden bekocht und tranken Wein. Es war eine lustige Runde. I.s Eltern sprechen nur Spanisch. F.s Mama spricht kein Englisch, dafür können sie, F. und G. polnisch. G. und I. sprechen kein Deutsch. Kompliziert – ich weiß. Jedenfalls hatten wir den ganzen Urlaub über keine gemeinsame Sprache und wechselten zwischen Deutsch, Polnisch und Englisch. Aber dort in der mexikanischen Familie war es noch mal wirrer. Mit Händen und Füßen konnte wir uns aber auch dort alle verständigen und es war einfach nur schön und herzlich bei ihnen.

a475c98a-d30f-43c7-8010-43ee3e18c0a3.jpgAm nächsten Morgen mussten F. und ich zeitig aufstehen. Auf uns wartete eine Unternehmung, die ich mir sehr gwünscht hatte: Stand up paddeln. G. fuhr uns nach Cabo San Lucas, die Nachbarstadt. Um 8 waren wir am Strand und wurden mit diesem tollen Blick belohnt. Der Surflehrer sammelte uns ein. Bepackt mit Schnorcheln und Flossen ging es auf die Bretter und raus aufs Meer. Wir paddelten rüber zu den Hügeln und dann dort entlang an das link Ende. Dort liegt der „Arch“. Der markiert den Übergang der Sea of Cortez in den Pazifik. Außerdem ist dort in der Nähe eine Seelöwenkolonie, die wir sehen konnten. Auf dem Rückweg fuhren wir an den „Lovers Beach“ an der Sea of Cortez. Wenn es stürmt wird sie dort vom Pazifik „geküsst“, denn es gibt eine Verbindung zum wilden – wie man sieht, F. wurde von einer Welle mal eben fast weggespült, während ich zwei Minuten vorher nur bis zu den Waden im Wasser war – „Divorce Beach“ am Pazifik.

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Es ging ein Stück weiter auf dem Wasser, wir hielten an einem Felsen und schnorchelten drum herum. Auf dem restlichen Weg zum Strand begegnete uns ein Seelöwe im Wasser, der eine Flosse herausstreckte. Fast so, als würde er uns zuwinken.
99ca339b-0446-479a-b020-e399bf913d0c.jpgWir blieben danach noch am Strand. Genossen das klare, kühle Wasser für die nächsten vier Stunden. Schwammen, sonnten uns und dösten ein wenig. Danach gingen wir noch in ein Restaurant, das G. und I. uns empfohlen hatten. Es war direkt am Strand gelegen. Wir hatten Glück, dass wir noch einen Platz bekamen – es war Mittagszeit und sehr sehr voll  und bestellten beide eine unglaubliche leckere mexikanische Platte (schon allein wegen des Essens hat sich der Urlaub gelohnt 😉 ).
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Am Abend gingen wir zum „Art Walk“. Eine wöchentliche Veranstaltung, bei der Kunst und Kunsthandwerk präsentiert und verkauft werden. Die Stadt ist hübsch geschmückt und beleuchtet. Der Art Walk zieht Einheimische wie Touristen gleichermaßen an. Man macht sich schick und trifft Leute. Genießt das Essen, den Tanz, die Musik. Es war sehr viel los, vor allem auf dem Hauptplatz des Städtchens. Wir bummelten und bummelten, sagt hier und da Freunden und Bekannten von G. Hallo. Es war ein toller Abend, aber nach dem langen Tag waren wir dann doch froh, als es wieder zurück in unser Apartment ging.56e14414-827c-4e42-a995-4dc3e8585769.jpg

Sommergefühle.

Es ist 20.10 Uhr. Draußen ist es noch hell, wenngleich die Sonne bereits untergegangen ist. Die Balkontür steht weit offen. Ich höre die Vögel zwitschern, manchmal auch eine Möwe aus der Ferne. Man hält es im T-Shirt zwar nicht ewig draußen aus, aber man muss sich keine Jacke mehr anziehen, wenn man noch mal schnell den Müll rausbringen will. Gestern sind meine 6 Erdbeerpflanzen, das Himbeerstämmchen und die kleine Tomate in ihr endgültiges Zuhause, in ihre Balkonkübel, eingezogen. Der Knoblauch schießt in die Höhe, der Spinat ist gesät und der letzte leere Kübel für die Lavendelpflanzen vorbereitet. Nachmittags, wenn die warme Sonne endlich auf meinem Balkon vorbeischaut, sitze ich an dem Tischchen. Eine Tassse Kaffee oder ein Glas Saft. Manchmal ein Stück Bananenbrot. Und dann lasse ich mir einfach nur die Sonne ins Gesicht scheinen. Hin und wieder lese ich. Heute habe ich ein bisschen gearbeitet. Und es ist einfach nur herrlich. Besonders der Tag heute hat sich so sehr nach Frühling und Sommer angefühlt, es war einfach nur ein Traum.

Abends brennen die Kerzen. Es läuft ein Film oder ich telefoniere mit Freunden. Ab und an spiele ich Sims.
Die Tage sind ganz unterschiedlich. Ich konnte endlich wieder in das Lauftraining einsteigen, nachdem mir meine frische Narbe zuerst einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Dienstags (sowie an zwei weiteren Tagen in der Woche) werden nun also die Laufschuhe geschnürt und gleich nach dem Aufwachen geht es los. Manchmal mache ich an den anderen Tagen Yoga oder Workouts. Ich backe und koche – und habe wohl in den letzten zwei Wochen schon mehr neue Rezepte probiert als bisher in diesem Jahr. Die Online-Vorlesungen für die Uni gefallen mir ganz gut. Der Rest lässt sich auch gut erarbeiten. Die Bücher für meinen Schwedisch-Kurs kommen die Woche hoffentlich auch endlich an (beim ersten Mal hatte DHL mir ein komplett zerstörtes Paket inklusive zerstörtem Inhalt geliefert).
Mein SUP Board steht inzwischen in Hamburg. F. war die Tage schon zwei Mal los und hat es eingeweiht. Jetzt hat er ein eigenes bestellt und ich einen Neoprenanzug. Noch ist die Alster nämlich reichlich kalt. Bald können wir dann aber zusammen durch Hamburgs Kanäle paddeln und social distancing ist auf dem Wasser keine große Kunst.

Es geht mir gut. Auch wenn ich mich etwas sorge, wie das weitere Semester aussehen wird. Auch wenn ich sehr darauf hoffe, den Sommer oder zumindest einige Wochen davon wieder zum Großteil in Normalität verbringen zu können. (Sommer ist einfach meine liebste Jahreszeit. Und auch wenn ich total fein damit bin die meiste Zeit des Jahres allein zu sein und nur selten mal was zu unternehmen: im Sommer findet man mich meistens draußen, mit Freunden. Und ich lieb’s.) Es ist okay. Ich bin okay.

Ausnahmeleben.

Die Allermeisten fragen sich gerade wohl hoffentlich, wie der Alltag die nächsten Wochen aussehen wird oder aussehen kann, sollte immer mehr dicht machen und ein Großteil der Bevölkerung daheim sein.
F. und ich waren heute Morgen eine Runde um die Alster laufen. Es war unglaublich, wie viele Leute unterwegs waren und auch wie viele Menschen man jetzt draußen auf der Straße sieht. Für einen Spaziergang oder etwas Sport nach draußen zu gehen finde ich ja noch in Ordnung, wobei es in den großen Städten doch schon schwer wird Abstand zueinander zu halten. Dennoch – ganz und gar nicht mehr raus, keine frische Luft und auch keine Bewegung, das kann es auch irgendwie nicht sein.
Abgesehen von diesen drei Stunden in der Woche und 1 bis 2 Einkäufen innerhalb von 14 Tagen, versuche ich mich drinnen zu beschäftigen.
Heute werde ich mir noch einen Plan erstellen, damit ich auch in dieser Ausnahmesituation weiter Routinen habe. Eine Liste voll mit Dingen, die ich mal erledigen könnte, gibt es auch schon. Alle Skripte für diese Semester habe ich heruntergeladen, nächste Woche soll dann auch die Umsetzung der Online-Lehre/-Unterstützung anlaufen, dann kann es also richtig losgehen. Bis Freitag bin ich sowieso noch in Hamburg – F. und ich wollten uns noch mal sehen, bevor es zu solchen Maßnahmen wie Ausgangssperren kommen sollte oder sie das Schichtsystem so umstellen, dass er nahezu jeden Tag in der Arbeit ist.

Ich hoffe, dass sich langsam jeder der Lage und dem Sinn hinter den Maßnahmen bewusst wird. Sich ein paar Wochen daheim beschäftigen ist sicherlich kein Problem, aber irgendwann fällt jedem die Decke auf den Kopf.

Coronawut.

Ich muss noch schnell ein bisschen Dampf ablassen, bevor ich gleich im Bett verschwinden kann um morgen früh aufzustehen und den ganzen Tag zu lernen.

Corona macht mir einen Strich durch die tollen Pläne, die ich für dieses Jahr hatte. Am Wochenende ist das große Wiedersehen mit A., seit sie vor gut 7 Monaten unsere WG verlassen hat. Das AnnenMayKantereit-Konzert? Abgesagt.

In zwei Wochen sollte es für ein Internationales Uni-Programm in eine kleine belgische Stadt gehen. Info am Montag: Die Wahrscheinlichkeit, dass es wegen Corona ausfallen muss ist sehr gering. Heute: Die Absage.
Erstattung für Flug und Bahn gibt es – wenn überhaupt – nur teilweise. 90€ sind dann vermutlich weg, bekommen wir die Anmeldegebühr von der Uni nicht zurück, sind es 170€. Vielleicht ist es etwas egoistisch, aber das ist eben kein Geld, dass ich „mal so“ übrig habe. Es ärgert mich einfach ungemein.

Im Grunde halte ich sehr viel von Impfungen und Herdenschutz und finde es extrem wichtig, diejenigen zu schützen, die sich selbst nicht wirklich schützen können. Aber diese ganze Panikmacherei geht wirklich über alle Maßen gegen den Strich und sorgt dafür, dass ich mich über Maßnahmen enorm ärgere, für die ich sonst vielleicht Verständnis gehabt hätte.